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Die Pariserinnen: Wie aus Präsenz Freiheit wird

  • Autorenbild: Ruth Lintemeier
    Ruth Lintemeier
  • vor 16 Stunden
  • 9 Min. Lesezeit

Seit unseren ersten Reisen nach Paris beeindrucken uns Frauen jeden Alters. Ihr Auftreten, ihre Eleganz und ihre scheinbare Lässigkeit faszinieren uns, besonders auch mich als Frau. Man erkennt diese Lässigkeit an Kleinigkeiten, etwa an einem achtlos gebundenen, lockeren Haarknoten, oder an dem einzelnen Knopf einer Bluse, der scheinbar unabsichtlich offen bleibt.


Die Frauen in Paris wirken selbstbewusst und souverän. Und sie scheinen in sich zu ruhen; sie sind présentes. Eine Frau sitzt allein in einem Café, trinkt einen café allongé, liest «Le Monde» und ist offensichtlich zufrieden mit sich selbst. In Paris ist das der Normalfall.


Mir wird schnell klar, dass ich in Paris etwas über mich in meiner Rolle als Frau erfahren kann. Ich beginne, die Pariserinnen zu beobachten. Eine typische Pariserin lässt sich nicht einfach beschreiben; natürlich gibt es viele unterschiedliche Frauentypen, alle sind in ihrer Ausstrahlung anders. Lange bleibt ihre Besonderheit für mich schwer zu fassen. Ich ahne, dass die Antwort tiefer liegt als in der Mode. Ich suche in der Geschichte der Stadt, in der Entwicklung ihrer Kultur und nehme im Geist den Wert mit, den Paris allen Menschen verspricht: Freiheit.


Intellekt: Salonkultur in Paris

Als ich mich mit diesem Beitrag befasse, bietet sich eine schöne Gelegenheit: Anlässlich des 400. Geburtstags widmet das Musée Carnavalet der Marquise de Sévigné eine Ausstellung «Madame de Sévigné, lettres parisiennes». Beim Besuch wird mir schnell klar, dass diese Persönlichkeit eine große Rolle in der Emanzipation der Pariser Frauen spielt. Und der Ursprung dieser Rolle reicht weit zurück.


Paris ist im Grand Siècle ein Ort, an dem sich Frauen eine Sichtbarkeit erobern, die ihnen an anderen Orten verschlossen bleibt. In den Pariser Salons – die Ausstellung zeigte eine Übersicht mit 19 Häusern – entsteht etwas Einzigartiges: Frauen führen die intellektuellen Debatten der Zeit. Salonnières wie Catherine de Vivonne, Marie de Rabutin-Chantal, Madeleine de Scudéry und später Madame Geoffrin empfangen in ihren Häusern Philosophen, Schriftsteller, Dramaturgen und Politiker. Sie wählen die Themen und moderieren die Gespräche. Sie legen die Regeln für den Umgang der Geschlechter fest. In den Salons dieser Zeit diskutieren Frauen unbefangen und auf Augenhöhe mit Männern, lange bevor sich die Pariser Cafés zu Treffpunkten der Intellektuellen entwickeln.


Was in den Salons entsteht, geht weit über einen kultiviert-höfischen Austausch hinaus: Es ist die Überzeugung, dass eine Frau einen eigenständigen Geist hat, der Klugheit hervorbringt und deshalb Bildung sichtbar macht. Und aus dieser Kombination entsteht ihre wahre Attraktivität. In den Pariser Salons entsteht so die Idee einer modernen Weiblichkeit, die in der späteren Entwicklung der Stadt immer wieder neue und sehr unterschiedliche Impulse erfährt. In Deutschland bleiben Universitäten und Akademien während der Aufklärung weitgehend männliche Domänen. Aber in Paris haben Frauen mit den Salons ein Refugium, in dem sie sich entfalten können.


Bildung: Welt der «Précieuses»

Die Salonkultur der Pariserinnen erreicht ihre erste Blüte im 17. Jahrhundert unter Ludwig XIII. und Ludwig XIV. Während der Sonnenkönig ab 1682 seinen Hof nach Versailles verlegt und die Etikette dort die Bewegung jedes Höflings vorschreibt, entsteht in Paris ein städtischer Gegenpol. Hier bestimmen Frauen in ihren Salons, wer eingeladen wird und worüber gesprochen wird. Der Salon wird zum Ort, an dem die höfische Zwangsförmlichkeit durch die Kunst des Gesprächs abgelöst wird.


Den Anfang macht Catherine de Vivonne, Marquise de Rambouillet, die von den Dichtern Malherbe und Racan den Beinamen «Arthénice» erhält, ein Anagramm ihres Vornamens Catherine. In ihrem Stadtpalais an der Rue Saint-Thomas-du-Louvre empfängt sie ab etwa 1620 Dichter, Denker und Aristokraten. Die berühmte «chambre bleue» mit ihren blauen Wandbespannungen wird zum Modell aller späteren Pariser Salons.


Aus dem Hôtel de Rambouillet geht die «préciosité» hervor, jene Bewegung der sprachlichen und gedanklichen Verfeinerung, die dem französischen Klassizismus den Weg bahnt. Die Précieuses kultivieren eine eigene Redekunst, analysieren die Liebe und erweitern den Wortschatz um Begriffe, die bis heute fortleben: anonyme, enthousiasmer, féliciter, hardi oder incontestable.


In diese Welt wird 1626 Marie de Rabutin-Chantal hineingeboren, die spätere Marquise de Sévigné. Ihr Geburtshaus steht an der Place Royale, dem heutigen Place des Vosges im Marais. Mit sechs Jahren verwaist und mit 25 verwitwet, findet sie in der Gesellschaft der «Précieuses» im Hôtel de Rambouillet ihre Schule. Sie hat als Witwe eine große Chance: Sie ist frei, und sie darf ihre Freiheit unter den Augen der adeligen Gesellschaft im Sinne der Regeln ausleben. Bei den«Précieuses» lernt sie, was sie zur bekanntesten Briefschreiberin ihrer Epoche macht: die feine Beobachtung, das präzise Wort, die Ironie. Sie schafft es, Paris comme il est zu beschreiben. Das gelingt ihr, weil sie zahlreiche Besucher empfängt, ihr Haushalt mit Familie und Verwandten voller Leben ist und sie regelmäßig ausgeht. Sie besucht die Salons in Paris, darunter den von Madeleine de Scudéry. Ab 1677 hält sie selbst Hof im Hôtel Carnavalet, bis sie 1696 auf Schloss Grignan in der Provence stirbt.


Plakat zur Ausstellung im Musée Carnavalet
Plakat zur Ausstellung im Musée Carnavalet

Ihre rund 1.370 überlieferten Briefe, die meisten davon an ihre Tochter Françoise-Marguerite gerichtet, entstehen zu ihren Lebzeiten als reine Privatkorrespondenz. Dennoch zirkulieren sie in den Pariser Salons und werden nach ihrem Tod zur literarischen Sensation: Madame de Sévigné schildert den Prozess gegen den Finanzminister Nicolas Fouquet, den Tod der Königin Marie-Thérèse, die Pariser Mode und die Gerüchte der Stadt mit derselben stilistischen Präzision. Aus ihren Briefen steigt das Paris Ludwigs XIV. auf, und zwar als lebendige Stadtkultur.


Madame de Sévigné war eine eifrige Briefe-Schreiberin
Madame de Sévigné war eine eifrige Briefe-Schreiberin

Bürgerrechte: Revolutionen und Kommunen

Es vergeht fast ein Jahrhundert. 1789 verspricht die Französische Revolution Liberté, Égalité, Fraternité. Jedes Mal, wenn ich durch Paris gehe und dieses Versprechen an den öffentlichen Gebäuden lese, begegne ich ihm mit großem Respekt. In einer Gegenwart, in der die Rechte von Frauen zur Debatte stehen und weltweit so schnell an Selbstverständlichkeit verlieren, haben wir Frauen immer wieder die Aufgabe, uns zu entscheiden – für die Sichtbarkeit, für das Selbstbewusstsein.


Das Freiheitsversprechen der Französischen Revolution bringt eine neue Sichtbarkeit der Frauen hervor. Es geht um die juristische Untermauerung ihrer Rechte: Olympe de Gouges verfasst 1791 die «Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne» und wird 1793 unter der Schreckensherrschaft Robespierres guillotiniert. Der Gedanke, dass Menschenrechte auch Frauenrechte sind, ist damit in der Welt und setzt sich fest. Und in einer Zeit, in der Wehrhaftigkeit zu einem Grundrecht wird, erfahren Frauen eine neue Körperlichkeit: Sie müssen Stärke zeigen.


Mit dem Ausruf «Nous voulons du pain! À Versailles!» ziehen am 5. Oktober 1789 etwa 6.000 vorwiegend aus dem Arbeiterviertel Saint-Antoine stammende Frauen zum königlichen Schloss nach Versailles. Der beigefügte zeitgenössische Druck aus der Bibliothèque nationale de France zeigt den Zug der Frauen.


Marktfrauen ziehen am 5. Oktober 1789 nach Versailles (BnF, gemeinfrei)
Marktfrauen ziehen am 5. Oktober 1789 nach Versailles (BnF, gemeinfrei)

Sie werden im Laufe des Tages von 15.000 Nationalgardisten unterstützt und zwingen schließlich Ludwig XVI. in die Knie. Er verspricht ihnen Lieferungen von Lebensmitteln.

 

In den Revolutionen von 1830 und 1848 kämpfen die Pariser Frauen auf den Barrikaden. Der Einsatz nimmt im späteren Verlauf professionelle Strukturen an: Während der Pariser Kommune 1871 gründen Nathalie Lemel und Élisabeth Dmitrieff die «Union des femmes pour la défense de Paris et les soins aux blessés», eine der ersten großen feministischen Organisationen überhaupt. Die Frauen organisieren die Versorgung der Stadt und die Pflege der Verwundeten und fordern gleichen Lohn und gleiche Rechte. Dmitrieff verteidigt die Kommuneregierung entschlossen; es gibt aber auch kritische Stimmen wie die der Schriftstellerin André Léo: Sie stellt einzelne Maßnahmen offen in Frage, etwa die Pressezensur oder die Prozesse gegen angebliche Verräter. In diesen Stimmen zeigt sich, wie unterschiedlich die Frauen der Kommune zur eigenen Regierung stehen. Aber sie erheben ihre Stimme und mischen sich politisch ein.


Sexualität: Anfänge des Feminismus

Nun kommt eine weitere Sichtbarkeit hinzu, bei der auch Mode immer häufiger eine Rolle spielt. Die sexuelle Freiheit und ihre Wirkung auf die Definition von Weiblichkeit bricht sich eine gewaltige Bahn: In Paris spaziert George Sand in den 1830er Jahren in Hosen und Zigarette rauchend über die Boulevards. Sie lebt ein Leben, das alle Konventionen sprengt. Die Schriftstellerin gibt sich den Namen eines Mannes, um ihre Sichtbarkeit zu stärken, und Bein- und Bewegungsfreiheit ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Natürlich ist die Pariser Bourgeoisie schockiert, denn Frauen ist das Tragen von Hosen in Paris verboten. Nur wer eine polizeiliche Erlaubnis «permission de travestissement» besitzt, darf als Frau Männersachen tragen. George Sand trägt ihren Hosenausweis stets bei sich und lässt ihn alle sechs Monate erneuern.


Man sagt ihr Beziehungen mit Männern und Frauen nach. Neben ihrer Verbindung zur Schauspielerin Marie Dorval ist ihre bekannteste Beziehung die mit dem Komponisten Frédéric Chopin. Wie frei Sand mit den Rollenbildern ihrer Zeit umgeht, zeigt sich am stärksten im Dialogroman «Gabriel». Die Titelfigur wächst als Mann auf, obwohl sie als Frau geboren wird, liebt Männer wie Frauen und findet zwischen Geschlechterrollen, Patriarchat und Identität ihren eigenen Weg zur Freiheit. 


George Sand im Buch von Nigel Gosling: Nadar, 1977
George Sand im Buch von Nigel Gosling: Nadar, 1977

Wieder vergehen einige Jahrzehnte. Dann kommt Simone de Beauvoir. 1908 in Paris geboren, entscheidet sie sich früh für ein freies Leben und verdient ihren Lebensunterhalt mit Schreiben und Unterrichten. Sie lebt radikal unabhängig in einer offenen Beziehung mit Jean-Paul Sartre.


1949 erscheint «Le Deuxième Sexe». Der berühmte Satz «On ne naît pas femme: on le devient.» erschüttert das Fundament dessen, was bis dahin als natürlich gilt. Beauvoir argumentiert, dass das, was wir «Weiblichkeit» nennen, eine gesellschaftliche Konstruktion sei. Sie schreibt, dass Frauen sich selbst definieren müssen, anstelle sich über den Mann zu finden.


Das Buch verändert das Denken weit über die Philosophie hinaus. Beauvoirs Ideen legen das intellektuelle Fundament für das, was man an Pariserinnen beobachtet: eine Präsenz, die aus der Freiheit zur Selbstbestimmung entsteht. 1971 verfasst sie in ihrer Wohnung im 14. Arrondissement, 11 bis, rue Victor-Schœlcher, das «Manifeste des 343». 343 Frauen bekennen öffentlich, abgetrieben zu haben. Es ist ein Akt des zivilen Ungehorsams, der 1975 zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Frankreich führt.


Gedenktafel am Wohnhaus in der 11 bis, rue Victor-Schœlcher im 14e
Gedenktafel am Wohnhaus in der 11 bis, rue Victor-Schœlcher im 14e

Hier liegt vielleicht der größte kulturelle Unterschied zwischen Paris und vielen anderen europäischen Städten. Hier bedingen sich Weiblichkeit und Feminismus gegenseitig.


Kommen wir wieder zum Anfang des Beitrags, als ich mich gefragt habe, ob die Mode das Besondere der Pariserinnen ausmacht. Ja, es stimmt: Eine Pariserin pflegt eine Lässigkeit, die désinvolture, die mühelos wirkt. Sie besitzt in jedem Fall eine hochwertige Handtasche.


Sie trägt kaum Make-up, aber immer Lippenstift. Sie akzeptiert kleine Unvollkommenheiten.

Ja, und auch die Mode wird im Laufe der Jahrhunderte immer stärker zum Mittel dieser Freiheit. Schauen wir einmal nach und suchen die Akzente heraus: Coco Chanel befreit die Frau vom Korsett und erhebt mit dem kleinen Schwarzen eine schlichte Eleganz zum Inbegriff der Pariserin. Bis heute erfindet Chanel die Idee vom „Kleinen Schwarzen“ immer wieder neu.


Yves Saint Laurent geht 1966 noch weiter, als er mit dem «Smoking» die Garderobe des Mannes für die Frau öffnet und als erster großer Couturier eine eigene «Prêt-à-porter»-Linie unter seinem Namen schafft.


Am Ende ist es aber dieses: Eine Frau, die sich elegant kleidet und ihre Wirkung kennt, gilt in Paris als souverän. Eine Frau, die politisch denkt und widerspricht, bleibt dennoch anziehend. Dieses Wechselspiel von Stärke und Anmut bringt die Sichtbarkeit einer Frau hervor; erst daraus kann Selbstbewusstsein entstehen. Und dieses ist tief in der Pariser Kulturgeschichte verankert und hat sich über Jahrhunderte entwickelt.


Nachgefragt

Was macht die Ausstrahlung von Pariserinnen aus? Die Ausstrahlung der Pariserinnen speist sich aus einem kulturellen Selbstverständnis, das über Jahrhunderte in Salons, in der Literatur und in der Mode geformt wird. Bildung, Selbstbestimmung und eine gelassene Eleganz gelten in Paris als zusammengehörig. Daraus entsteht die «désinvolture», jene Lässigkeit, die mühelos wirkt und doch auf einer langen Tradition beruht.


Welche Rolle spielen die Salons für das weibliche Selbstbild? Die Pariser Salons des 17. und 18. Jahrhunderts geben Frauen wie Catherine de Vivonne, Marie de Rabutin-Chantal, Madeleine de Scudéry und später Madame Geoffrin einen öffentlichen Raum, den ihnen Universitäten und Akademien verwehren. Im Hôtel de Rambouillet entsteht ab etwa 1620 die «chambre bleue», das Vorbild aller späteren Salons, und mit der «préciosité» eine eigene Sprachkultur. Die Salons prägen die Idee, dass Klugheit und Ausstrahlung einer Frau zusammengehören, und wirken bis heute in der Pariser Kultur fort.


Welche Bedeutung hat die Marquis de Sévigné? Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné, wird 1626 an der Place Royale in Paris geboren und prägt die Salonkultur des Grand Siècle auf zweifache Weise. Sie wird im Hôtel de Rambouillet unter der Marquise de Rambouillet geschult und hält ab 1677 selbst Hof im Hôtel Carnavalet. Ihre rund 1.370 überlieferten Briefe gelten als erste große Stadtliteratur von Paris. Das Musée Carnavalet widmet ihr zum 400. Geburtstag die Ausstellung «Madame de Sévigné, lettres parisiennes», die vom 15. April bis zum 23. August 2026 mit mehr als 200 Werken in ihrem früheren Wohnhaus zu sehen ist.


Welche Rolle spielt die Französische Revolution? Mit der Französischen Revolution erhält die Sichtbarkeit der Pariserinnen eine rechtliche Grundlage. Olympe de Gouges verfasst 1791 die «Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin» und bezahlt diesen Mut 1793 mit dem Leben. Im Oktober 1789 ziehen rund 6.000 Frauen nach Versailles und erzwingen mit dem Ruf «Nous voulons du pain» die Versorgung der Stadt. Während der Pariser Kommune 1871 gründen Nathalie Lemel und Élisabeth Dmitrieff die «Union des femmes», eine der ersten großen feministischen Organisationen, die Versorgung und Pflege organisiert und gleiche Rechte fordert.

 

Warum gilt Simone de Beauvoir als Schlüsselfigur? Simone de Beauvoir zeigt 1949 in «Le Deuxième Sexe», dass Weiblichkeit eine gesellschaftliche Konstruktion ist. Mit dem Satz «On ne naît pas femme: on le devient» stellt sie das Selbstverständnis vieler Frauen auf eine neue philosophische Grundlage. 1971 initiiert sie mit dem «Manifeste des 343» den politischen Weg zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs 1975 in Frankreich.


Ausstellung „Madame de Sévigné : Lettres parisiennes“, Musée Carnavalet – Histoire de Paris (23 rue de Sévigné, 75003 Paris), 15. April bis 23. August 2026.

 
 
 

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